Richtig lagern
Wenn Sie Druckgeschwüre beim Pflegebedürftigen vermeiden oder vermindern wollen, ist es sehr wichtig, dass Sie in der Lage sind, ihn sachgemäß zu lagern oder zu positionieren. Das Thema „Lagerung“ ist für die Pflege sehr bedeutend und wird deshalb recht ausführlich beschrieben.
Grundsätzlich, d.h. auch über das Thema „Dekubitus“ hinausgehend, hat die Lagerung folgende Aufgaben:
- Für Bequemlichkeit sorgen
- Wahrnehmung fördern: der Pflegebedürftige soll seinen Körper spüren (auch durch das Anfassen selbst) und seine Umgebung aus unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen können.
- Unterstützung bei alltäglichen Bedürfnissen z.B. Hilfestellung beim Essen und Trinken, damit dies nicht im Liegen geschehen muss
- Vorbeugung von Gewebsschädigungen durch Liegedruck-Verteilung: eine typische Maßnahme gegen Dekubitus
- Spastik (erhöhte Eigenspannung der Muskel) zu vermindern oder zu vermeiden: häufigere Positionswechsel entspannen die Muskeln
- Entstehung von Kontrakturen (Muskelverkürzungen) entgegen zu wirken, indem Fehlhaltungen, Gelenkfehlstellungen und Bewegungseinschränkungen vermieden werden
- Pflegerische Maßnahme zur Atmungs-Unterstützung (Belüftung der Lungenspitzen, Erleichterung der Sekretentleerung, Vorbeugung von Infektionen)
- Schmerzen zu lindern
Für eine richtige Lagerung gelten folgende Grundsätze:
- Ein regelmäßiger Lagerungsrhythmus - die Empfehlung der Richtlinie sieht ein zweistündiges Wechselintervall vor. Die Praxis zeigt, dass eine individuelle Umlagerung (von 30 Minuten bis 3 Stunden) vorteilhaft ist. (Lagerungsrhythmus - Beispiel.pdf)
- Allgemein zu berücksichtigen ist der Gesamtzustand und die Eigenmobilität des Pflegebedürftigen und die Größe der Auflagefläche zwischen Körper und Bett
- Je weicher die Lagerungsfläche (z.B. Matratze oder Kissen), desto weniger nimmt der Pflegebedürftige seinen Körper wahr (z.B. verstärken Antidekubitusmatratzen bei spastischen Patienten die Spastik)
- Es sollten aber auch keine harten Gegenstände (Bettkiste, Gegenstände, die in die Hand gelegt wurden o.ä.) für die Lagerung verwendet werden - Druck erzeugt Gegendruck
- Lagerungen, die mit provisorischen Hilfsmitteln (wie zusammen gerollten Decken oder Kopfkissen) durchgeführt werden, sind zwar nicht optimal, aber besser als keine Lagerung. Professionelle Lagerungs-Hilfsmittel müssen in den meisten Fällen selbst bezahlt werden.
- Antidekubitusmatratzen sind mit Vorsicht zu genießen: sie sollten nur zu therapeutischen Zwecken (z.B. Verbandswechsel, Massagen oder Krankengymnastik) kurzzeitig eingesetzt werden. Sie können keine regelmäßige Lagerung ersetzen - ein Druckgeschwür kann trotzdem entstehen.
- Rückenlage sollte vermieden bzw. nur zu therapeutischen Zwecken kurzzeitig eingesetzt werden
Grundsätzliches zu Lagerungshilfen:
- Je mehr Lagerungsmittel im Bett eingesetzt werden, umso eingeschränkter kann sich der Pflegebedürftige im Bett selbst bewegen. Deshalb gilt der Grundsatz: Nutzen Sie so wenig Lagerungsmittel wie möglich bzw. nur so viel wie nötig.
MikrolagerungSeitenlagerung 30 °HohllagerungTechnische Hilfsmittel