Hilfe bei Überforderung
Zeichen einer Überforderung sind zum Beispiel:
- das Gefühl, es nicht mehr schaffen zu können; alles wird zu viel („ich kann nicht mehr“)
- Schlafstörungen
- Konzentrationsstörungen
- Unruhe, Nervosität
- Antriebslosigkeit
- Interesselosigkeit
- je nach Veranlagung Gewichtsverlust/Gewichtszunahme
- gegebenenfalls ein erhöhter Alkoholkonsum oder der Griff zu Medikamenten
- unterdrückte Aggressionen, Schreien oder Schreien-Wollen
- Ungeduld bis zur Gewalttätigkeit dem Betroffenen gegenüber
- Depressionen
- Suizidgedanken
Bemerken Sie diese Symptome bei sich, lassen Sie Hilfe bei der Pflege zu und setzen Sie diese gegebenenfalls auch gegen den Willen der altersverwirrten Menschen durch:
- Erkundigen Sie sich nach häusliche Pflegediensten und Tagepflegeheimen und nehmen Sie geeignete Angebote zu ihrer eigenen Entlastung wahr, zum Beispiel die Tagespflege für einen oder mehrere Tage pro Woche
- Nutzen Sie die Angebote der Kurzzeitpflege in Altenheimen und erledigen Sie in dieser Zeit die Dinge, zu denen Sie sonst nicht kommen
- Engagieren Sie stundenweise Hilfspersonen zur Beaufsichtigung und Gesellschaft des alten Menschen. Lässt ihr Angehöriger Sie nachts nicht schlafen, engagieren Sie einen Nachtdienst, wobei sich dabei nicht um eine professionelle (teure) Pflegekraft handeln muss, sondern zum Beispiel um einen Familienangehörigen. Wechseln Sie sich bei der Pflege ab, so dass Sie wieder Zeit für sich und ihre eigene Bedürfnisse haben.
- Vernachlässigen Sie sich nicht. Gehen Sie eigener Beschäftigung nach. Sorgen Sie für Ausgleich (Sauna, Sport, Hobby) und treffen sie Freunde. Oder gönnen Sie sich ab und zu etwas, zum Beispiel eine Kosmetikbehandlung oder eine neue Frisur. Erlernen Sie Entspannungstechniken wie autogenes Training und wenden Sie diese regelmäßig an. Kommen Sie innerlich zur Ruhe, gegebenenfalls auch mit psychologischer und psychotherapeutische Unterstützung oder mit Hilfe von Gesprächskreisen für pflegende Angehörige oder Balint- Gruppen frür professionell Pflegende.