Mundhygiene
Vor der Mundhygiene sollte der Mund und die Mundhöhle gründlich inspiziert werden (eventuell mit einer Taschenlampe). Man sollte überprüfen, ob Wunden, Risse, defekte Zähne oder Druckstellen durch die Zahnprothese vorliegen. Auch die Lippen sollten genau untersucht werden.
- Wenn keine Besonderheiten vorliegen, reicht es aus, eine regelmäßige Zahnpflege durchzuführen. Eine gute Zahnpflege ersetzt alle anderen Mundpflegemaßnahmen, vorausgesetzter Speichelfluss reicht aus, um die Mundschleimhäute/Zunge feucht zu halten. Bei der Mundpflege sollte der Pflegebedürftige immer in eine aufrechte Oberkörperhaltung gebracht werden.
- Die Mundpflege kann mit Zahnbürste und Tupfern oder auch mit einem behandschuhten Finger durchgeführt werden. Die Verwendung von Klemmen zu Mundpflege ist sehr verbreitet, führt jedoch schnell zum Verschließen des Mundes oder löst ein Beißreflex aus.
- Wenn die Lippen rissig sind oder Beschädigungen aufweisen, sollten die Lippen gesondert gepflegt werden Meist reicht es aus, wenn die Lippen mit einem Vaselinestift (Labelo) oder Salbe bestrichen werden. Bei Schluckstörungen muss darauf geachtet werden, dass die Vaseline sich nicht durch die Wärme der Haut verflüssigt und über den Mund und Rachen in die Lunge gelangt (sparsame Anwendung).
- Bei Borkenbildung (Krusten) im Bereich der Mundhöhle empfiehlt es sich, den Mund ganz dünn mit Butter oder Margarine einzustreichen (dabei besonders auch der Zunge berücksichtigen). Hat der Pflegebedürftige eine Abneigung gegen Fette, kann man Joghurt verwenden. Nach angemessener Einwirkzeit (ca. 20 min) mit einem angefeuchteten Baumwolltupfer vorsichtig die ersten Krusten entfernen. Festsitzende Krusten sollten noch nicht gelöst werden, da diese Stellen sofort zu bluten beginnen. Besser die Prozedur einige Male wiederholen und warten. Ist die Mundhöhle nur gering verkrustet, reicht häufig ein Auswischen mit feuchter Gaze aus.
- Bestehen Verletzungen im Mund kann man Nelkenöl auf die betroffene Stelle auftragen (günstig mit einem kleinen Watteträger). Zur Heilung hat sich in der Pflege besonders Rosenhonig bewährt (bei Diabetikern zuvor mit dem Hausarzt sprechen).