Pflegewissen und Hilfe für pflegende Angehörige
Pflegewissen und Hilfe für pflegende Angehörige; geschrieben von Experten für Pflegelaien.Die Pflegetipps, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben, basieren auf Vorgaben für Pflegeprofis, den sogenannten Expertenstandards. Wir haben diese Expertenstandards unter dem Blickwinkel untersucht, inwieweit sie Ihnen als pflegende Angehörige dabei helfen können, die an Sie gestellten Herausforderungen besser zu meistern.
Sie können und sollen nicht die Arbeit von Pflegeprofis übernehmen, aber Sie sollten die grundlegenden Risiken kennen, denen Pflegebedürftige ausgesetzt sind. Nur dies hilft Ihnen, sich in der jeweiligen Pflegesituation so zu verhalten, dass diese Risiken gemindert werden oder gar nicht erst eintreten.
Bei den Risiko- oder Gefahrenpotentialen, die erkannt und genau beobachtet werden müssen, handelt es sich um die Themenkomplexe:
- Dekubitus
- Inkontinenz
- Sturzvermeidung
- Ernährung
- Schmerzen
- Wunden
- Demenz
Zum strukturellen Aufbau des der "Hauptrisiken & Pflegetipps"
In den letzten Jahren hat in der Pflegewissenschaft ein Wandel stattgefunden, der nun mit Einführung der Expertenstandards Einzug in die Praxis hält: man trägt – kurz gesagt – der Tatsache Rechnung, dass es sich bei Pflegebedürftigen meist nicht um kranke, sondern um alte Menschen handelt. Krankheiten können in der Regel geheilt werden, bei Altershinfälligkeit geht es vor allem darum, diesen Prozess so weit wie möglich aufzuhalten, indem man das Augenmerk auf die Hauptrisiken des Alterns legt.
Der Aufbau, die Struktur und die grundlegenden Elemente dieses wichtigsten Teils des Pflegeportals entsprechen im Kern denen der Expertenstandards, die sich am Qualitätsmanagement orientieren – nur ist im Pflegeportal alles auf pflegende Angehörige zugeschnitten. Es handelt sich also um den Versuch, Laienpflege auf der Basis pflegewissenschaftlicher Methoden zu organisieren.
Die Portalstruktur: Pflegewissen - Praktische Pflegetipps - Wie geht es dir? wie geht es mir? entspricht also denen der Expertenstandards
- Struktur: Wissen und Erfahrung, Dokumente, Formulare, Schulungsunterlagen, Hilfsmittel usw.
- Prozess: Art und Weise, wie gepflegt wird; Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Pflegestandards usw.
- Ergebnis: Pflege- und Lebenssituation von Pflegebedürftigen und Angehörigen, Pflegestatus usw.
Ein gut strukturierter Aufbau von Wissensvermittlung ist für die Praxis sehr bedeutend, insbesondere dann, wenn man gezwungen ist, konzentriert auf den Punkt zu kommen. Pflegende Angehörige sind keine Pflegeprofis; das Schlimmste wäre, wenn sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen würden. Was sie für eine erfolgreiche Arbeit benötigen, ist ein guter Überblick über die wichtigsten Faktoren, die den Zustand der Pflegebedürftigen beeinflussen und vor allem ein Verstehen der misslichen Lage, in der sich die meisten Hilfsbedürftigen befinden.
Wer Angehörige ausdauernd und effektiv pflegen will, benötigt:
- einen Überblick über die Hauptrisiken im Alter und fundiertes Grundwissen über deren Vermeidung (die vermitteln wir im Kapitel „Pflegewissen / Risikofaktoren)
- pflegerische handwerkliche Grundkenntnisse (wird in „Praktische Pflegetipps“ vermittelt)
- den gelassenen, realistischen Blick auf das Machbare sowie die Fähigkeit, sich nicht zu verausgaben, sondern auch an sich selbst zu denken (den Pflegeerfolg messen wir an der Frage: Wie geht es Dir? Wie geht es mir?).
Für pflegende Angehörige hat die Portalstruktur große Vorteile:
- Sie werden nicht dazu angehalten, ständig den Lebensstil des Pflegebedürftigen ändern zu wollen
- Gelassener, souveräner Umgang mit dem, was tatsächlich machbar ist
- Konzentration auf die wichtigsten Risikofaktoren
- Weniger Abstimmungsprobleme mit Pflegeprofis aufgrund des gemeinsamen Pflegeverständnisses