Sehbeeinträchtigungen
Sehbeeinträchtigungen, wie beispielsweise reduzierte Kontrastwahrnehmungen, reduzierte Sehschärfe, ungeeignete Brillen, Sehstörungen, beeinflussen das Sturzrisiko stark.
- Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit der Augen, sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse anzupassen, stark ab. Besonders betroffen ist die Fähigkeit des Auges, sich auf eine schwächere Beleuchtung ein- oder umzustellen. Vor allem unter schwachen Beleuchtungsbedingungen, etwa beim nächtlichen Umhergehen oder bei einem nächtlichen Toilettengang kann die Sehfähigkeit stark nachlassen.
- Oft kommt es beim Wechsel zwischen einem dunkleren in einen helleren Raum – und umgekehrt - zu einer vorübergehenden Blindheit, die anhält, bis sich die Augen an die neue Beleuchtungsstärke gewöhnt haben.
- Alte Augen sind empfindlich gegen blendendes Licht; deshalb können dabei Sehstörungen auftreten. Häufigste Blendungsquellen sind das Sonnenlicht, das durch die Fenster scheint und von gebohnerten Fußböden oder glänzenden Tischflächen reflektiert wird, sowie der helle Lichtstrahl einer nicht abgeschirmte Lichtquelle und das Licht von Neonröhren, das aufs Auge gerichtet ist. Blendeffekte durch reflektierende Fußböden sind besonders risikoreich, weil dadurch mögliche Gefahren an der Bodenoberfläche nicht erkannt werden können.
- Blendendes Licht kann bei älteren Menschen außerdem eine optische Täuschung hervorrufen, so dass bestimmte Bodenbeläge als äußerst rutschig wahrgenommen werden, obwohl sie das nicht sind. Zum Ausgleich ändern die meisten ihren Gang. Sie gehen langsamer, etwas plattfüßig und benötigen eine breitere Standfläche; ihre Art zu gehen, erinnert an einen Menschen, der über eine Eisfläche geht. Andere wiederum lösen das Problem, indem sie solche Flächen von vornherein meiden.
- Ist das Gesichtsfeld eingeschränkt, werden Gegenstände, die außerhalb des Gesichtsfeldes stehen, nicht gesehen. Dies erhöht das Risiko, auszurutschen und zu stolpern. Ein Verlust an Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit erschwert die Wahrnehmung von Gegenständen in der Umgebung. Vor allem Gegenstände mit geringen optischen Kontrasten können zu Verunsicherung beim Gehen und bei Transferaktivitäten führen. Werden solche Gegenstände (zum Beispiel Stuhl- und Tischbeine, Türschwellen oder Teppichkanten), nicht eindeutig wahrgenommen, können sie für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit zu Stolperfalle werden.
- Möbel und Einrichtungsgegenständen (Stuhl, Toilettensitzflächen, Matratzenkanten), die sich optisch nicht genug von den darunter liegenden Flächen abheben, sind hinderlich für die Einhaltung einer korrekten und stabilen Sitzposition, weil man nicht erkennt, wo man sich hinsetzt; dies erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes während der Fortbewegung.
- Wenn die räumliche Wahrnehmung eingeschränkt ist, können bestimmte Bodenbeläge, (z.B. gemusterte oder karierte Fußböden und Teppiche) als Unebenheiten wahrgenommen werden. Solche Flächen werden dann von alten Menschen meist gemieden bzw. umgangen. Des Weiteren werden Gegenstände im Schatten und in schwach beleuchteten oder extrem hellen Bereichen oft nicht wahrgenommen.